Es brannte die Luft

Es war der Freitag, der 13. März 2020, als sich die Kameradinnen und Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr eigentlich zur Jahreshauptversammlung treffen wollten. Doch dann kam der Lockdown und ein Treffen war unmöglich. Was folgten waren zwei anstrengende, arbeitsreiche aber auch interessante Jahre, die alles der Ortswehr in Aschersleben abverlangte.

Entsprechend ausführlich verlief am 2. April 2022, zur diesjährigen Jahreshauptversammlung, die Vorstellung des Rechenschaftsberichtes von Ortswehrleiter René Knoblauch. Besonders hervorzuheben waren dabei die hohen Einsatzzahlen. Während vergleichbare Freiwillige Feuerwehren in Sachsen-Anhalt im Durchschnitt auf 150 Einsätze kommen, sind es in Aschersleben mehr als 300 pro Jahr. Das verlangt eine überdurchschnittliche Einsatzbereitschaft, die das Ehrenamt an seine Grenzen führt. Besonders ärgerlich sind Einsätze, die eigentlich vermeidbar wären, wie zum Beispiel die Beseitigung von kleinen Ölspuren oder von technischen Störungen am Fahrstuhl im Bahnhof Aschersleben. Allein im vergangenen Jahr musste hier die Wehr dutzende Male ausrücken, bevor der Fahrstuhl dann repariert wurde.

OB Michelmann hatte keine Zeit

Oberbürgermeister Andreas Michelmann hatte keine Zeit für seine Kameradinnen und Kameraden an diesem Abend und so war es an Ordnungsamtsleiter Christian Grossy, sich den angestauten Frust der Feuerwehrleuten anzuhören. Die aktuelle Ausstattung mit Sicherheitskleidung sei mangelhaft, werde notdürftig geflickt und sei schlichtweg oft nicht mehr vorhanden. Die Beschaffung mit neuer Fahrzeugtechnik wird nicht so umgesetzt, wie es einvernehmlich in einer Arbeitsgruppe aus Kameraden der Wehr und Verwaltung festgelegt worden war und es fehlt weiterhin die Fortschreibung der Risikoanalyse der Stadt. Die vorhandene Risikoanalyse wurde wegen erheblicher Mängel und Lücken durch den Stadtrat vor zwei Jahren bis Ende des Jahres befristet. In den vergangenen zwei Jahren sollte eine Überarbeitung und Aktualisierung vollzogen werden.

Weil bis heute niemand an dieser Analyse arbeitet, wird sie bis Ende des Jahres auch nicht fertig, schätzt Ortswehrleiter René Knoblauch ein. Dieses Gutachten ist allerdings Voraussetzung, dass Aschersleben bei der Beschaffung neuer Feuerwehrfahrzeuge auch auf Fördermittel des Landes zurückgreifen kann. Einmal mehr blieb unter der Aufsicht von Oberbürgermeister Andreas Michelmann ein ganz wichtiges Stück Arbeit unerledigt liegen, mit weitreichenden Folgen für die Kameradinnen und Kameraden der Wehr und letztlich für alle Menschen in der Stadt und den Ortsteilen, die auf einen guten Schutz angewiesen sind.

Kommunikation ist das A und O

Mein Fazit des Abends ist, dass wir wieder an die traditionell gute und wichtige Kommunikation zwischen Wehr und Verwaltung anknüpfen müssen. Wir müssen wieder mehr miteinander reden und gemeinsam die beste Lösung für die Stadt suchen. Als Mitglied im Förderverein der Freiwilligen Feuerwehr Ortsfeuerwehr Aschersleben e. V. bin ich überzeugt, dass mit einer konstruktiven Führung Verwaltung und Feuerwehr an einem Strang ziehen werden. Die Tür meines Büros wird immer für die Mitglieder der Wehren in Aschersleben und den Ortsteil offen stehen. Sie sind die Brandmauer, sie retten Leben und schützen unser Eigentum.

Deshalb dürfen Selbstverständlichkeiten wie eine sichere Ausstattung der Kameradinnen und Kameraden im Einsatz niemals eine Frage des Geldes sein.


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